Ein Artikel aus dem HT vom 14.08.2025
Von Andreas Scholz

Sechs Monate Planung. Neun Monate Genehmigungsverfahren und vier Monate Bauzeit: Am Freitag wurde zum Auftakt des Imkerfests des Haller Bezirksimkervereins die barrierefreie Bio-Trockentoilette am Bienenlehrstand beim Starkholzbacher See eingeweiht.
„Da stecken 380 Arbeitsstunden drin“, beschreibt Uli Burkart das zeitintensive Projekt „Notdurft“ in seiner Festrede. Der Zweite Vorsitzende des Haller Imkervereins erklärt, dass vieles in Eigenregie erledigt werden konnte und die Mitglieder tatkräftig anpackten. In seiner Dankesrede hebt er mehrere Personen hervor.
„Der Harald Schnaible ist kein Mensch aus Fleisch und Blut. Er ist eine Seele von Mensch“, lobt er das Vereinsengagement des Biberfelders. Schnaible sieht regelmäßig nach den Bienenvölkern am Bienenlehrstand. Neben der Architektin Elke Müller hebt Burkart das Engagement von Gottlob Noller hervor. Der Imker war dank seiner Holzexpertise als Lehrkraft an der Gewerblichen Schule in Hall ein wichtiger Ratgeber. Das fachliche Know-how stellte sicher, dass das schmucke Toilettenhäuschen pünktlich stand, von den Festgästen bestaunt und getestet werden konnte. „Lieber Uli. Du hast ja auch kräftig angepackt. Du bist jetzt auf dem Stand eines Schreinerlehrlings im zweiten Ausbildungsjahr“, scherzt Noller.
Auch die zupackenden Hände von Imkerkollegen wie Manfred Mögerle aus Waldenburg-Sailach erwähnt Burkart. „Der Manfred war beim Fliesenlegen fast so schnell wie die Profis.“ Für eine künstlerische Note im Toilettenhäuschen sorgte Natascha Klumpp. Die Kunstlehrerin der Realschule Schenkensee gestaltete an den Wänden eine Blumenwiese mit summenden Bienen. Auch ein Mobile mit Bienenmotiv ist von ihr. „Ich habe den Anfang der Sommerferien genutzt und bin mit Pinsel und Farbe an zwei Wochenenden aktiv gewesen“, berichtet Klumpp.
Burkart zieht ein positives Fazit. „Wir liegen mit unserer nachhaltigen Bio-Trockentoilette voll im Trend. Das Toilettenhäuschen werden unsere Vereinsmitglieder künftig nutzen können, auch bei Gruppenführungen oder unserem Sommerfest ist es geöffnet.“
Im Festzelt sitzen alle zusammen, es wird das bevorstehende Einfüttern der Bienen und die Bilanz der Honigernte thematisiert. „Es war ein gutes Bienenjahr“, konstatiert Burkart. Er hat auf dem Betriebsgelände der Optima im Haller Solpark ein Bienenprojekt ins Leben gerufen. „Wir haben Bienenkästen aufgestellt und Blühflächen angelegt, die auch Wildbienen zugutekommen.“ Die Bienen seien im Betriebsalltag fest verankert – so auch in der betriebseigenen Lehrwerkstatt. „Durch die Arbeit mit den Bienen auf dem Industriegelände konnten wir schon vier neue Mitglieder für den Haller Imkerverein gewinnen“, freut er sich. Auch mit der Honigernte an seinem Wohnort unterhalb der Comburg ist er mehr als zufrieden. „Die Bienen haben auf den Blumenwiesen und in der benachbarten Kleingartenanlage das üppige Blütenangebot schnell entdeckt.“
Dieter Seitz, der Erste Vorsitzende des Haller Imkervereins, registriert ein wachsendes Interesse bei vielen jungen Menschen für Honig- und Wildbienen. So nahm er Lisa Fichte und Amelie Sternagel unter seine Fittiche und unterstützte sie bei den ersten Schritten der Bienenzucht.
Der Imkerprofi hatte heuer kaum Zeit für seine Bienenvölker vor der Haustür auf der Hangwiese bei der Tullauer Steige. „Die Lisa konnte dort schon zwei Mal Honig ernten“, freut sich Seitz.
Auch Dagmar Zwilling aus Rosengarten-Uttenhofen zieht ein positives Fazit. „2025 gab es einen sehr guten Honig. 60 Kilo Honig haben wir geerntet. Die Lindenblüte fiel üppig aus und im Frühjahr war die Obstblüte gut und es blühten auch viele Löwenzähne.“

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https://imkerverein-sha.de/wp-content/uploads/2024/10/HT-Notdurft.pdf

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