Ein Artikel aus dem HT vom 24.06.2025
Von Lisa Arumugam

An die Schleudern, fertig, los: Beim öffentlichen Honigschleudern informiert im
Juni der Imkerverein Schwäbisch Hall über die Bienenhaltung und versorgt die Teilnehmer
auch mit Honig.
Auf ihrem Vereinsgelände am Starkholzbacher See zeigten die Mitglieder des
Imkervereins Schwäbisch Hall, wie Honig gewonnen wird. Besucherinnen und
Besucher durften mithelfen. Zuerst mussten die Waben mithilfe einer sehr spitzen
Gabel entdeckelt werden. Das erforderte etwas Geschick. Doch mit ein bisschen Erfahrung
gelingt es gut. Danach konnten die entdeckelten Waben in der Schleuder gedreht werden,
sodass das flüssige Gold nur so herausfloss. Wer bei diesem Anblick noch keinen Appetit
auf ein Honigbrot bekam, dem bot Harald Schnaible nach getaner Arbeit eine Kostprobe des
frisch geschleuderten Honigs an.
Der Hobbyimker hat aktuell 20 Bienenvölker. Ein Volk besteht im Sommer meist aus 40.000
Bienen, informiert er. Im Winter lebt nur noch rund die Hälfte. „Die Bienen fliegen ab etwa
zehn Grad und sammeln Pollen. Das erste Mal ernten kann ich dann Ende Mai, Anfang Juni“,
erklärt Harald Schnaible. Die Honigsaison ist relativ kurz, denn im August wird das letzte Malgeerntet.

Allerdings liefert ein Bienenvolk pro Jahr im Schnitt 20 bis 25 Kilogramm Honig. Nicht umsonst heißt es „die fleißigen Bienchen“. Eine Biene muss für ein Glas Honig ungefähr 120.000 Kilometer fliegen. Das entspricht der Länge eines Fluges dreimal um die Erde. Um diese Strecke zurückzulegen, muss ein Bienenvolk etwa 40.000-mal ausfliegen.
Was die Besucher der öffentlichen Vorführung besonders schätzen: „Der Honig hier schmeckt besonders gut.“ Das sagt eine Besucherin, die jedes Jahr mit ihrer Familie zum öffentlichen Honigschleudern kommt, seit ihr Sohn einen Schulausflug zum Imkervereingemacht hat.

Viele Infos über Bienen

Dieter Seitz ist erster Vorsitzender des Vereins, welcher aktuell rund 250 Mitglieder besitzt.„Heute war ja bestes Badewetter, da haben wir gar nicht mit einem großen Ansturm gerechnet“, erzählt Seitz nach der Veranstaltung. „Dennoch wurde sie wie jedes Jahr gut angenommen. Es gibt immer wieder Anfragen von Gruppen vorab oder auch spontane Besucher“, freut er sich. Auf dem Vereinsgelände befindet sich auch ein Lehrbienenstand, wo man die Bienen „hautnah und ganz stichfrei“, wie Seitz es formulierte, bewundern kann.
Auch der Bienenlehrpfad mit vielen Schautafeln lässt sich bei einem Spaziergang bestaunen. Und für alle, die noch mehr wollen, bietet der Verein auch Führungen und Kurse an. „Wir möchten gerne über Bienen aufklären, zeigen, wie wichtig sie für unser Ökosystem sind und was wir tun können, darum machen wir das hier.“ Letztendlich helfe es dem Ökosystem und der Landwirtschaft vor der eigenen Haustür, wenn die örtlichen Imker unterstützt werden.

Cemig oder lieber flüssig?

Es ist eine Frage des Geschmacks: Honig lieber cremig oder flüssig? „Für Kinder aufs Brot empfehle ich immer cremigen Honig, da kann nichts laufen, tropfen und kleben“, weiß Harald Schnaible. Ansonsten biete sich besonders Waldhonig gut flüssig an.
Das Ehepaar Kraft aus Sulzdorf gehört zum Team cremig. Die Eheleute rühren ihren gewonnenen Blütenhonig immer cremig, denn so bleibe die Konsistenz gleich, er kristallisiere nicht weiter. Simone Kraft betont die heilsame Wirkung des Honigs: „Wer Heuschnupfen hat, kann jeden Tag einen kleinen Löffel Honig zu sich nehmen. Denn die darin enthaltenen Pollen wirken wie eine Desensibilisierung.“ Sie selbst trinke ihren Tee nur noch mit Honig und nicht mit Zucker. „Ich brauche in der Woche ein Glas Honig“, lacht Harald Schnaible.
Imkerin Margareta Hübner ist das nicht so wichtig, für sie zählt: „Ich komme bei den Bienenganz runter. Das erdet mich. Da konzentriere ich mich nur darauf, wie die Bienen kommen und gehen und auf nichts anderes.“
Eines steht für die Besucher des öffentlichen Honigschleuderns fest: Honig ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Durch die Veranstaltung kommen Erzeuger und Verbraucherzusammen. Dass Bienen wichtig für die Umwelt sind, das wussten viele. Aber wie viel Herzblut (seitens der Imker) und geflogene Kilometer (seitens der Bienen) in einem Glasstecken, das wissen die Besucherinnen und Besucher nun.

Artikel als pdf:
https://imkerverein-sha.de/wp-content/uploads/2024/10/HT-Fluessiges-Gold.pdf

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